Fotograf: Stephan Lehmphul

ALTDORF – Ein kurzer Blick auf die Tabelle der 2. Volleyball-Bundesliga Süd zeigt: Der TV Altdorf holte zwölf Siege aus den bisherigen 19 Partien, er belegt hinter dem Topteam des SV Lohhof Platz zwei und spielt daher eine famose Saison. Bei genauerer Betrachtung aber wird jedoch klar: Dieser Eindruck täuscht. Zumindest täuscht er über die Leistungen der vergangenen Wochen hinweg. Denn noch immer zehrt das Team von Trainerin Christy Swagerty von einer Siegesserie, die Anfang November begann und die erst sechs Siege später Mitte Dezember endete. 18 von möglichen 18 Punkten heimste der TVA in dieser Zeit ein, schien sich endgültig gefunden zu haben und für kaum einen Gegner schlagbar zu sein. Auch der folgende kleine Ausrutscher in Freisen (1:3) schien nicht ins Gewicht zu fallen, startete Altdorf doch umgehend die nächste Erfolgsserie und feierte abermals drei Siege in Serie. Seit Ende Januar aber stagniert das Altdorfer Spiel, werden nicht nur die Leistungen durchwachsener, sondern auch die Erfolgserlebnisse seltener. Sechs Partien hat der TVA seitdem bestritten, vier gingen verloren. Nur die beiden Heimspiele gegen ein mittelmäßiges Karlsruhe und das Schlusslicht Stuttgart gestalteten sie erfolgreich, Pleiten setzte es gegen Lohhof, Bad Soden, Holz – und am vergangenen Wochenende auch gegen München-Ost.

Das Team übt Selbstkritik

Beim 1:3 (22:25, 25:23, 12:25, 18:25) in der Landeshauptstadt vor rund 120 Zuschauern zeigte Swagertys Mannschaft eine schwache Vorstellung – das Team selbst spricht von „einem unserer schwächsten Spiele der Saison“. Dabei fanden die Gäste von Beginn an nur schwer zu ihrem Rhythmus und hatten große Probleme, eine klare Angriffslösung zu entwickeln. Zu selten gelang des den Altdorfern, Druck aufzubauen und die gewohnte Intensität auf das Feld zu bringen. „Besonders im ersten Satz war deutlich zu spüren, dass wir nicht mit der nötigen Konsequenz agierten“, heißt es im vom Team verfassten Spielbericht. Aufgrund einer wackligen Annahme geriet das Zuspiel unter Druck, im Angriff fehlte schließlich die Variabilität. Bemerkenswert: Die Altdorfer Mannschaft übt Selbstkritik, spricht davon, dass München „von Anfang an mehr Ehrgeiz und Entschlossenheit zeigte, um jeden Ball kämpfte und leidenschaftlich verteidigte.“ Darüber hinaus agierten die Gastgeberinnen cleverer, schlugen immer wieder den Altdorfer Block an und erzielten so viele Punkte. Altdorf fand kaum ein Mittel, diese Spielweise zu unterbinden oder das eigene Spiel dementsprechend anzupassen.

Nur ein kurzes Aufbäumen

Etwas besser wurde es im zweiten Durchgang, den die Gäste knapp mit 25:23 für sich entscheiden konnten. Doch die Hoffnung, nun endlich besser ins Spiel zu finden und aus diesem Satzgewinn Sicherheit zu ziehen, wurde jäh begraben. Mit 12:25 wurde Altdorf in Satz drei regelrecht deklassiert, der vierte Durchgang ging mit 25:18 ebenfalls an München und Altdorf musste mit null Punkten die Heimreise antreten. Am kommenden Sonntag befahren die Altdorfer Volleyballerinnen erneut die A 9 Richtung Süden, dann steht das Auswärtsspiel in Unterhaching an (16 Uhr). Wie beim TVA ist auch beim TSV aktuell der Wurm drin, nur eines der vergangenen fünf Spiele konnte er für sich entscheiden, in der Tabelle rutschte Unterhaching in inzwischen auf Platz sechs ab. „In den Trainingseinheiten werden wir intensiv daran arbeiten, wieder mehr Stabilität in unser Angriffsspiel zu bringen und taktisch flexibler zu agieren. Wir sind fest entschlossen, aus dieser Niederlage zu lernen und im nächsten Spiel eine deutliche Reaktion zu zeigen“, teilt die Altdorfer Mannschaft mit.

-Sophia Botsch-