Lieber der Spatz in der Hand …
19. Februar 2012 von
Wolfgang
Im Eiltempo marschierten die Altdorfer Volleyball-Regionalligadamen durch die letzten beiden Heimspiele in dieser Saison. Die Taktik des Trainers Thorsten Kreuzeder, im ersten Spiel gegen den übermächtigen SV Lohhof seine Stammsechs zu schonen, ging auf. Die wichtigen Punkte im Sonntagsspiel gegen die VG Sulzbach Rosenberg wurden in überzeugender Manier geholt.
Wie angekündigt, gab Altdorfs Trainer gegen den SV Lohhof seinen Nachwuchstalenten Gelegenheit ihre Fortschritte zu zeigen. So standen in der Anfangsformation neben der 18jährigen Anne Blos die vier 14 bzw. 15jährigen Bayernauswahlspielerinnen Milena Beierlein, Amelie Behnke, Senta Fößel und Vicky Seeber. Komplettiert wurden sie von der bundesligaerfahrenen Sabine Sagert, sie sollte den Youngsters Sicherheit geben.
Dahinter steckte folgendes taktisches Kalkül: Zum Einen sollten die Auswahlspielerinnen gegen einen Gegner, an dem sich auch die Bestbesetzung aufreiben würde, Spielpraxis sammeln, zum Anderen sollten die Stammspielerinnen für das wichtige Match am Folgetag gegen die VG Sulzbach-Rosenberg geschont werden.
Lohhofs Trainerin Claudia Mürle tat den Altdorfern natürlich nicht den Gefallen, im Gegenzug auch ihre jungen Auswahlspielerinnen aufs Feld zu schicken, sie trat mit ihrer Stammformation an, darunter mit den Schwestern Kathrin und Kristin Standhartinger, Michaela Gluchow und Inga Vollbrecht Spielerinnen, die zum Besten gehören, was die diesjährige Regionalligasaison zu bieten hat.
Doch die Altdorfer zeigten zunächst keinen Respekt. Schnell lagen sie mit 5:2 in Führung. Doch die Gäste konterten kühl und effektiv. Trotz guter TVA-Services gelang es ihnen meistens druckvolle Angriffszüge aufzubauen. Bis zum 15:15 hielten die TVA-Mädels den Satz offen. Doch dann setzen sich die Lohhofer Punkt um Punkt ab, Sabine Sagerts Klasse hielt die Heimmannschaft einigermaßen auf Tuchfühlung. Dennoch konnte auch sie den 21:25 Satzverlust nicht verhindern.
Im 2. Durchgang wirkten die Altdorfer Nachwuchstalente zunehmend verunsichert gegen einen an diesem Tag übermächtigen Gegner. Die logische Folge waren zunehmende Unstimmigkeiten in Annahme und Feldabwehr sowie eigene Aufschlagfehler. Nun punkteten die Münchner Vorstädter, noch immer mit ihrer Stammsechs auf dem Feld, fast nach Belieben. Erst beim Stand von 22:12 brachte die Gästetrainerin einige Nachwuchsspieler, um sie, kaum drohte die Heimmannschaft etwas heranzukommen, prompt wieder auszuwechseln. Auch eine Art Respektsbeweis, auch wenn der 2. Satz ebenfalls mit 25:18 klar an die Gäste ging.
Nun erbarmte sich Thorsten Kreuzeder seiner Nachwuchstalente und ersetzte die „Teens“ mit „Tweens“. Das angesichts der ersten zwei Sätze einigermaßen frustrierte Altdorfer Publikum sah nun ein Duell auf Augenhöhe mit leichten Vorteilen für die Gäste. Die individuelle Klasse ihrer Schlüsselspieler entschied letztlich auch den dritten Satz zugunsten des SV Lohhof II. Bis zum 19:19 schien der Satzanschlussgewinn noch möglich, doch sechs Punkte in Folge für den SV Lohhof beendeten Satz und Spiel.
Am Sonntag zeigte sich dass Trainer Kreuzeders Taktik aufgegangen war. Nun wechselten die TVA-Mädels in die Rolle der überlegenen Mannschaft. Wesentlich deutlicher und um einiges schneller als es ihnen am Vortag selbst geschah fertigten sie die ihnen in nahezu allen Belangen unterlegenen Oberpfälzerinnen ab. Nach nur einer Stunde und 3 Minuten besiegelte ein Aufschlagfehler der Sulzbacher eine 3:0 Abfuhr, die über weite Strecken an die beeindruckende Vorstellung der Altdorfer Mannschaft gegen den VfL Nürnberg II vor wenigen Wochen erinnerte.
25:11; 25:14 und 25:17 lauteten die Endergebnisse dreier einseitiger Sätze, in denen die Sulzbacher kaum zum Luftholen kamen, so sehr setzten die Kreuzeder-Schützlinge sie mit ihren Aufschlägen und nahezu durchgehend sauber und druckvoll herausgespielten Angriffen unter Druck. Angesichts der Leistung seiner Angreiferinnen Kossak, Gollwitzer, Böhm, Behnke und Sagert konnte sich Altdorfs Trainer sogar den Luxus erlauben, seine Jungendnationalspielerin Vicky Seeber das gesamte Spiel auf der Bank zu lassen. Diese Formation, komplettiert von Zustellerin Tina Kosikowski und der souverän agierenden Libera Lisa Sass spielte durch, und das tat ihnen und ihrem Spiel sichtbar gut.
Nach diesem so erfreulich verlaufenen letzten Heimspiel der Saison können sich die Altdorfer nun zurücklehnen und auf die Ergebnisse der anderen Mannschaften warten. Gut möglich, dass die Deggendorfer dank ihrer Nachholpartien noch vorbeiziehen. Doch der 5. Platz dürfte den TVA-Mädels kaum mehr zu nehmen sein, auch wenn im letzten Spiel beim Tabellenersten TSV Dingolfing ein weiterer Punktgewinn eher unwahrscheinlich erscheint. Damit wäre der Qualifikationsplatz für die zukünftige 3. Liga in jedem Fall gesichert.
Ein beachtlicher Erfolg angesichts der Tatsache, dass der sportliche Abstieg aus der Regionalliga nach einem desaströsen Relegationsturnier noch kein Jahr zurückliegt. Der eingeschlagene Weg von Trainer Thorsten Kreuzeder und den Abteilungsverantwortlichen, mit einer Mischung aus jungen und sehr jungen Spielerinnen ein schlagkräftiges Team zu formen hat sich entgegen mancher Kritik eindrucksvoll als der Richtige erwiesen.
Foto: Judith Kossack kennen die Altdorfer Volleyballfreunde hauptsächlich als Energiebündel am Netz. Gegen Lohhof agierte sie als äußerst bewegliche und einsatzfreudige Libera. Auch wenn es nicht zum Satzgewinn gereicht hat, zwang diese Variante den Favoriten immerhin dazu, seine Aufschläge umzustellen.
Fotografiert von Paul Götz
2 Kommentare:
Einen Kommentar schreiben:

Am 22. Februar 2012 um 22:14 Uhr
Hey Judith, hast Du den Ball noch gekriegt???
Am 23. Februar 2012 um 16:22 Uhr
Nein, der is leider vor mir auf dem boden gelandet;-)